Egal auf welchem Level man Poker spielt, Online oder auf Live Events, ein Tell im Poker ist eines der komplexesten Dinge. Grob gesagt beschreibt ein Tell eine Verhaltensweise von einem Pokerspieler, diese gibt einem Auskunft über dir jeweilige Spielweise. Dabei gibt es zwei verschiedene Kategorien von Tells. Die eine Variante ist die des Einsatz Tells und bezieht sich darauf wie und vor allem wann ein Spieler mitspielt. Oft kann man dadurch im Verlauf eines Spiels sehr genau einschätzen, ob ein Spieler blufft oder nicht. Die andere Variante ist weitaus komplexer und findet zu großem Teil nur in einem Live Event Anwendung. Gemeint ist der so genannte physische Tell. Damit sind eine Vielzahl von Verhaltensweisen während des Spiels gemeint, die viel über den Spieler verraten. Wenn man im Poker auf Dauer Erfolg haben will, ist es unerlässlich über diese Aspekte vom Spiel genau Bescheid zu wissen.

Einsatz Tells

Diese Eigenschaft findet sich an jedem Pokertisch der Welt, sei es Online oder bei einem Live Event. Um einen Tell zu einem Spieler zu entwickeln Bedarf es wie bei allen Tells einer guten Beobachtungsgabe. Wie lange überlegt der Spieler bevor er sein Blatt wegwirft und wieviele seiner Hände spielt er selbst? Im Poker ist es nichts Ungewöhnliches bis zu 80 Prozent seiner Hände wegzuwerfen. Aber es ist wichtig darauf zu achten, wie ein Spieler seine Einsätze macht. Ist er ein sehr agressiver Spieler und erhöht bereits vor dem Flop? Wenn ja, erhöht er nach dem Flop weiter oder ändert sich sein Verhalten dann komplett? Oftmals kann man schnell herausfiltern, vor allem bei eher unerfahrenen Spielern, ob diese nur mit starken Händen spielen. Man kann durch Beobachtung vor allem auch herausfinden, ob der Spieler eher von vorsichtiger Natur oder sogar unberechenbar ist.

Physische Tells

Diese Art des Tells findet fast nur auf einem Live Event Anwendung. Hier sitzen Sie echten Menschen gegenüber und oft sieht man bei Aufnahmen von Pokerturnieren, dass die Spieler Dinge wie Sonnenbrillen oder Schals tragen. Das ist keinesfalls der Coolness wegen, sondern um zu verhindern den Gegnern einen Tell von sich preiszugeben. Ein Blick in die Augen, ein kurzes Blinzeln oder ein Zucken am Hals kann einem schon alles über die Situation am Tisch sagen. Tells sind dabei in verschiedene Kategorien einzuteilen. Beispielsweise sind Verhaltensweisen wie ein breites Grinsen, zitternde Hände oder auch anschwellende Ungeduld ein klares Indiz auf eine starke Hand des jeweiligen Spielers. Beisst der Spieler sich jedoch auf Lippe, starrt er Sie direkt an oder knabbert er gar an seinen Fingernägeln, so sind dies alles Indizien auf eine schwache Hand. Doch genau hier beginnt der Tanz auf dem Vulkan: Echte Profis kennen ihre eigenen Grimassen und Gesichter sehr genau und nutzen diese gerade dann, um andere Spieler zu ködern. Demnach gilt bei den physischen Tells das Gleich wie bei den Einsatz Tells. Beobachten Sie den Gegner und sammeln Sie Informationen! Besonders wichtig ist es auch zu verstehen, dass man keinesfalls zuviel in mögliche Tells investieren sollte. Hobbyspieler oder Gelegenheitsspieler haben diese zwar auch, aber ein kontrolliertes und ruhiges Spiel wird in diesem Fall mehr helfen, als eine lange Analyse des Gegners. Wie in einem unserer früheren Artikel erwähnt ist Poker ein sehr komplexes Spiel und spiegelt sehr gut wieder, was Menschen mit Psychologie alles erreichen können. Deshalb sollten Sie von Anfang an Stück für Stück lernen ihre Gegner zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen. Wie bei allen Dingen ist auch hier die Übung der Schlüssel und auf lange Sicht wird Ihnen diese Eigenschaft zum Erfolg verhelfen!